“Fehlfarben - Xenophonie kaufen im Shop für Kunst und Musik. Kernkrach Record Shop for Art and Music”

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Info
Fehlfarben
Xenophonie
Order-Nr.: tr232
Angebot : 15.00 Euro

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(incl. 19% Mwst.)

SOLD OUT!

LP / Tapete Records / 2012


Das neue Album Xenophonie klingt ungemein frisch. Beim Opener "Dekade 2"
haut den Hörer zunächst ein Wahnsinns-Riff um; kurze Zeit später
erklingt Peter Heins Stimme mit eben jenem unschwer wiedererkennbaren
Ausdruck, diesem Gesang, den nur er beherrscht: dringlich-konkret und
doch voller Poesie und Melancholie. Dieser Mann ist vermutlich gar nicht
in der Lage, banal oder belanglos zu klingen. Mit diesem ersten Stück
des Albums, mit seinem wunderbaren und kurzen Text hat die Band nach 2
Minuten und 21 Sekunden bereits alles klargestellt. Das Weitere ist Kür.

Obwohl
die Texte der Fehlfarben mitunter sehr stark im Hier und Jetzt verortet
sind und diverse Ekelhaftigkeiten unseres alltäglichen Lebens benennen,
wird in ihnen kein Trübsal geblasen. Dafür sorgt einerseits ein
teilweise gespenstisch lockerer Peter Hein: Seit "Resistance" von Family
5 (einem meiner Lieblingsalben mit seiner Beteiligung) habe ich ihn
nicht mehr so lässig erlebt. Dafür sorgen auch Textzeilen, die wohl kaum
ein anderer derart doppeldeutig, mit der eigenen Biografie Wortspiele
spinnend und dennoch noch viel mehr zum Ausdruck bringend, formulieren
könnte: "Ich muss doch schon lang nicht mehr probieren die Lage, wie sie
ist, zu kommentieren. Ich hab doch lang genug gelebt vom Kopieren, um
jetzt noch den Durchblick zu verlieren" (aus "Lang genug").

Der
andere Grund für die Frische des Albums sind die Songs und deren Sound.
Die Band (neben Peter Hein sind Saskia von Klitzing, Pyrolator, Frank
Fenstermacher, Uwe Jahnke und Michael Kemner beteiligt) leistet ganze
Arbeit: Wie die Organe eines Körpers stehen sie miteinander im
Vielklang. Weiteren rauen Glanz liefert der Produzent Moses Schneider.
Vermutlich versteht es zur Zeit keiner besser als er, eine Band in ihrer
Stärke zu erkennen, ihre tiefsten Talente hervorzukitzeln und ihre
Energie zum Klingen zu bringen. Einer seiner Zaubertricks ist die
Liveaufnahme, welche er dieses Mal mit den Fehlfarben im altehrwürdigen
Hansastudio in Berlin aufgeführt hat. Man spürt ihn noch: Den Hauch von
David Bowie, Iggy Pop, den Thompson Twins und von Depeche Mode.

Und
im letzten Stück des Albums, dem fast zehnminütigen "Herbstwind"
verwandeln sich die Fehlfarben in Riders on the Storm, ehe ein
Fortunaschal den schönen Spuk beiseite fegt. Es ist wunderbar, wenn es
eine Band nach über 30 Jahren noch versteht, den Hörer derart zu
überraschen.